Aktuelle Wirtschaftslage 09. September 2009

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag, dem 03.09.2009, in ihrer Leitzinsentscheidung für den Euroraum festgelegt, dass der Leitzins zunächst bei einem Prozent verweilt. Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass dies auch noch bis weit ins nächste Jahr so bleiben wird.

Dennoch stellen die Experten aus Wirtschafts- und Bankenwelt derzeit fest, dass es der deutschen Konjunktur wieder besser geht. Das Tal scheint überwunden zu sein.

So senkte zum Beispiel das Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Prognose bezüglich des Einbruchs des Bruttosozialprodukts auf 4,9% und erwartet schon fürs nächste Jahr wieder ein Wachstum von einem Prozent. Auch die Arbeitslosenzahlen sollen auf höchstens 3,9 Millionen und 2010 auf 4,2 Millionen steigen, was einen stärkeren Konsum im Privatbereich und damit einen weiteren Konjunkturaufschwung nach sich ziehen würde.

Der Bankenverband sieht das ähnlich und bestätigte am Mittwoch, dass das Wachstum in Deutschland in Fahrt kommt. Allerdings könne der derzeitige Aufschwung die Verluste des ersten halben Jahres nicht kompensieren. Dafür waren diese zu stark und 2009 wird voraussichtlich das wirtschaftsschwächste Jahr Deutschlands seit dem zweiten Weltkrieg werden. Der Bankenverband rechnet jedoch für 2010 sogar mit einem Wachstum um 1,5%.

Immer noch problematisch bleibt es zunächst aber in der Industrie. Die Firmenumsätze gehen weiter zurück und die Zahl der Insolvenzen steigt weiter an. Gegenüber dem Juli gingen die Umsätze immer noch um 16,5% zurück. Besonders stark betroffen sei die Maschinenbaubranche, deren Umsätze um 30,8% im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat einsackten. Allerdings wird die Maschinenbaubranche als „Spätzykler" betrachtet, was bedeutet, dass sie erst später von Krisen erfasst wird, sich allerdings auch schwieriger wieder in den Aufschwung findet.

Die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen sei insgesamt auf 13.655 gestiegen, was einem Plus von 7% entspricht.