Anstieg der Inflation

In ihrem Monatsbericht vom Dezember 2009 kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) an, dass sie die ausgezahlten Finanzhilfen, die in Milliardenhöhe gehen, bald zurückfordern wolle.  Im Dezember 2009 soll es demnach letztmals möglich sein für die Laufzeit von einem Jahr bei der EZB Geld zu leihen, wobei der Zinssatz nicht mehr von vorneherein auf 1% begrenzt sein wird, und im März 2010 wird es dann zum letzten Mal Geld in unbegrenzter Menge über eine Laufzeit von 6 Monaten geben.

Anlass dazu ist die Vorbeugung einer Inflation. Durch die Finanzhilfen können demnach zwar die Märkte stabilisiert werden, aber durch die „künstliche" Erschaffung von Liquidität am Finanzmarkt kann es mittelfristig zur Inflation kommen. Durch das Zurückfahren der Finanzhilfen soll somit sichergestellt werden, dass die Inflationserwartungen nicht zu hoch werden.

Dass die EZB mit ihren Prognosen und den daraus resultierenden Maßnahmen richtig zu liegen scheint, zeigen die neuesten Inflationsdaten. Demnach ist die jährliche Rate der Inflation im November auf 0,6% gestiegen. In den Vormonaten dagegen ist sie beständig gesunken und lag im Oktober sogar bei -0,1%. Dies teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Schätzung am Montag in Luxemburg mit.

Als Ursache für den Anstieg werden Basiseffekte und hauptsächlich die Entwicklung der Energiepreise genannt. Mit einem weiteren Anstieg der Inflationsrate sei zu rechnen.

Mit Inflation wird eine Entwertung des Geldes bezeichnet. Diese resultiert daraus, dass die Geldmenge zunimmt. So ist vereinfacht gesagt das Vermögen des Einzelnen nicht so viel wert, wenn um ihn herum alle mehr Geld haben, weil mehr Geld am Markt vorhanden ist, als wenn weniger Geld am Markt vorhanden wäre. Wenn nun aber mehr Geld vorhanden ist, werden dadurch Güter und Dienstleistungen entwertet und müssen im Verhältnis zur Geldmenge angepasst werden. Dies bedeutet wieder vereinfacht gesagt, dass die Preise steigen.

Veranschaulichen lässt sich dies am Beispiel der Deutschen Hyperinflation 1918 - 1923. Die Weimarer Republik ließ damals Unmengen an Geld drucken um die Reparationen an die Siegermächte des ersten Weltkrieges und die Staatsschulden, die durch den Krieg entstanden sind, bezahlen zu können. Dies hatte aber zur Folge, dass das Geld enorm entwertet wurde. Was im Januar 1920 noch 10 Goldmark waren, waren am 20. November 1923 1.000.000.000.000 Goldmark. In dem Film der Untergang, der den Machtaufstieg der NSDAP nachzeichnet, wird dies verdeutlicht, indem die Leute mit Schubkarren ihr Geld zum Bäcker bringen um ein Brot zu kaufen.

Von solchen Szenarien sind wir noch weit weg, aber der Anstieg der Inflationsraten zeigt, dass die Maßnahmen der EZB richtig zu sein scheinen.