Der Beleihungswert ist ein Bewertungsmaßstab aus dem Kreditwesen, der den Wert einer Kreditsicherheit bestimmt. Er markiert zudem die absolute Obergrenze, zu der ein Kreditinstitut Geld auf Grund innerer Vorschriften und äußerer Gesetze verleihen darf.

Gesetzlich geregelt wird der Beleihungswert durch das Pfandbriefgesetz (PfBG). Im § 16 Abs. 2 steht dort: „Der Beleihungswert darf einen auf transparente Weise und nach einem anerkannten Bewertungsverfahren ermittelten Marktwert nicht übersteigen."

Marktwert und Beleihungswert

Der Beleihungswert misst also prinzipiell den Wert eines Objektes aus Sicht einer Bank, die dieses Objekt über einen längeren Zeitraum finanzieren soll. Daher darf der Marktwert, der auf einen Stichtag festgelegt wird, auch nicht unter den Beleihungswert fallen. Zur Sicherheit werden vom Marktwert in der Regel noch 10 - 20% abgezogen.

Beleihungswert - Bewertungszeitpunkt und Prognosen

Bei der Ermittlung des Beleihungswertes spielen hauptsächlich die Sicherheitsbedürfnisse des Kreditgebers, aber auch der Bundesgerichtshof (BGH) eine Rolle. Dieser stellt eine Reihe von Forderungen an den Beleihungswert. Dieser soll über einen möglichst langen Zeitraum Gültigkeit haben und die Ermittlungsmaßstäbe sollen aus der Vergangenheit und Gegenwart abgeleitete Wertkomponenten sein, die sich als beständig erwiesen haben. Ungesicherte Zukunftsprognosen für Wert- und Marktsteigerung dürfen nicht berücksichtigt werden, sondern nur die zum Bewertungszeitpunkt nachweislich gesicherten Eigenschaften und Erträge. Zudem müssen alle den Wert beeinflussenden Faktoren nachweislich dokumentiert werden, die nachhaltige Verkäuflichkeit oder Vermietbarkeit und die Verwendbarkeit sowie Nutzbarkeit müssen sorgsam geprüft werden und es müssen alle mit dem Objekt verbundenen Risiken offen dargelegt werden.