Ende der Rezession in Sicht?

Milliardenschwere Konjunkturprogramme der Regierungen vieler betroffener Länder, rezessive Kreditvergabe der Banken an mittelständische Unternehmen, Insolvenzen von Firmen in den größten und gewichtigsten Industriezweigen, unzählige Arbeitnehmer in Kurzarbeit oder gar komplett arbeitslos durch die größte Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise, die 1929 und Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wütete. Dies sind die Fakten die hängen bleiben, wenn man sich die Weltwirtschaft der letzten Monate ansieht.

Doch zwei Punkte scheinen zeigen zu wollen, dass der schwierigste Teil der Krise überwunden zu sein scheint und ein Ende der Rezession in Sicht ist. Zum ersten sei die amerikanische Wirtschaft im zweiten Quartal 2009 weniger stark gesunken als im Vorhinein erwartet wurde und zum zweiten stiegen die Arbeitslosenzahlen in Deutschland weniger stark als erwartet.

Das BIP der USA sei, laut dem amerikanischen Handelsministerium, im Zeitraum von April bis Juni nur um 1% geschrumpft, erwartet wurden mindestens 1,5%. Dies wurde gleichgesetzt mit der Andeutung eines Ausklanges der Rezession. Ein Argument welches besonders Gewicht findet, wenn man sich vor Augen hält, dass die amerikanische Wirtschaft noch im ersten Quartal um 6,4% geschrumpft war.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sei auf 8,2% gestiegen, dass entspricht einem plus von 0,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich damit die Zahl der Erwerbstätigen um 92.000 verringert und liegt jetzt bei 40,20 Mio. Diese Zunahme der Arbeitslosenzahl sei aber laut des Vorstandschefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank Jürgen Weise, in anbetracht der Rezessionsbedingten erwarteten Anzahl an „neuen" Erwerblosen relativ moderat. Vor allem die starke Nutzung von Kurzarbeit habe seiner Ansicht nach den Arbeitsmarkt stabilisiert.

Diese Trends dürfen aber noch nicht überbewertet werden, schließlich ist ein Schrumpfen des BIP in den USA immer noch ein Schrumpfen und kein Wachstum und auch die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist gestiegen, wenn beides auch geringer als erwartet ausfiel.

Auch Bernd Bernanke, Chef der amerikanischen Notenbank (FED), sprach neulich davon, dass ein Ende der Krise in Sicht sei, aber mit den höchsten Arbeitslosenzahlen erst gegen Ende diesen Jahres gerechnet werden sollte und sich das System im nächsten Jahr stabilisieren würde und erst ab 2011 wieder mit Wachstum zu rechnen sei. Dabei ist zu beachten, dass diese Aussagen auf die amerikanische Wirtschaft bezogen sind.

Wie sich deren neueste Entwicklung auf Bernanke und die FED widerspiegelt, wird sich am 11.08.2009 zeigen. Dann steht die nächste Leitzinsentscheidung in den USA an. Dieser gehen am 06.08.2009 die Leitzinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of England voraus.

Gerechnet wird im EU- Raum zunächst aber weiterhin mit einem niedrigen Leitzins um die 1 % Marke herum.