Leitzinsen – In Zukunft bedeutungslos?

Die nächsten Leitzinsentscheidungen stehen an. Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet wieder am 8. Oktober 2009. Änderungen sind jedoch nicht zu erwarten. Die Prognosen besagen, dass die EZB ihre Politik noch bis weit ins nächste Jahr verfolgen wird.

Die verschiedenen Notenbanken haben zwar anscheinend die Konjunktur durch die günstige Kreditvergabe wieder in Schwung bringen können, doch als sonderlich effektiv zur Steuerung der Finanzmärkte erweist sich der Leitzins nicht. Besonders um in „Boomzeiten" eine übermäßige Kreditvergabe zu verhindern, ist der Leitzins zu zielungenau.

Deshalb fordert die Politik jetzt eine stärkere staatliche Kontrolle der Finanzmärkte mit fest verankerten Regelungen, die es den Behörden ermöglichen sollen, in „Boomzeiten" die Kapitalanforderungen zu verschärfen und damit die Kreditvergabe einzubremsen, wodurch „Finanzblasen" effektiv bekämpft werden könnten.

Als wichtigster Punkt um diese Idee umzusetzen wird das Eigenkapital genannt. Die Banken sollen mehr davon anlegen, damit diese nicht mehr so aggressiv wie bisher mit geliehenem Geld in riskante Kredite oder komplexe Wertpapiere investieren. Dadurch sinken die Renditen und es geht weniger zusätzliches Kapital an Mitarbeiter und Aktionäre verloren. Der Steuerzahler wird zudem geschützt, da die Bank durch ihr Eigenkapital riskante Geschäfte abfedern kann und somit nicht der Staat einspringen muss.

Dies sind die Grundzüge, die einen transparenteren und sichereren Finanzmarkt ermöglichen sollen. Bis zu ihrer endgültigen Ausarbeitung wird wohl aber noch einiges an Zeit vergehen und der Leitzins die einzige Möglichkeit zur Regulierung der Märkte bleiben.