Der Leitzins (für das „Euroland") wird von der europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt um die Geldwertstabilität zu sichern und für ein stabiles Preisniveau zu sorgen. Die Höhe des Leitzinses bestimmt dabei, zu welchen Konditionen sich Kreditinstitute sich bei Noten- und Zentralbanken Geld beschaffen können.

Bei einer Anhebung des Leitzinses werden dementsprechend auch Kredite bzw. deren Zinsen teurer, gleichzeitig steigen aber auch Guthabenszinsen, was einen Vorteil beim Sparen schafft.

Ziel bei einer Leitzinsanhebung ist es die Inflationsrate möglichst gering zu halten. Allerdings gehen bei einer solchen Anhebung auch die unternehmerischen, wie auch die privaten, Investitionen zurück, da die Finanzierungen allgemein teurer werden, und sparen dafür mehr. Als Folge der sinkenden Nachfrage an Gütern und Dienstleistungen ist es deren Anbietern erschwert, Preiserhöhungen auf die angebotenen Waren bzw. Leistungen durchzuführen.

Bei einer Senkung des Leitzinses dagegen werden die Kredite billiger. Dadurch steigt der Investitionswille bei Unternehmern und im privaten Bereich, z.B. zum Hausbau. Dies führt dann im Idealfall zu einer Erholung der Wirtschaft, in Krisenzeiten wie jetzt wird sich durch die Leitzinssenkung eine Konjunktur erhofft.

Der Leitzins wurde in den letzten Monaten kontinuierlich herabgesetzt. Angefangen bei 2,5% im Dezember, liegt der letzte Stand vom 07.05.2009 bei 1,0%. Zum Vergleich: Am 05.10.2000 lag der Leitzins bei 4,75% und damit bei einem Rekordhoch im neuen Jahrtausend.

Die nächste Leitzinsentscheidung der EZB wird am 06.08.2009 gefällt, zeitgleich mit der Bank of England (BoF). Die Federal Reserve Bank (FED) der USA wird ihre nächste Entscheidung für den Dollar am 11.08.2009 treffen.