Obama hält an Bernanke fest

US- Präsident Barack Obama hat am Dienstag, den 25.08.2009, verkündet, dass er den derzeitigen Chef der amerikanischen Notenbank (FED) zu einer zweiten Amtszeit nominieren will. Verkündet hat er dies auf der Insel Martha's Vineyard, auf der Obama derzeit eigentlich Urlaub macht. Bernanke ist aber nach persönlicher Bekanntgabe seiner Nominierung zu einer Pressekonferenz auf der Insel angereist.

Obama sprach Bernanke volles Vertrauen aus und bezeichnete ihn als klugen Krisenmanager. Er habe mit unkonventionellen Mitteln einen Weg gefunden, die Wirtschaftskrise wenigstens einzudämmen und damit die schlimmsten Befürchtungen vom Herbst letzten Jahres abwenden zu können. Die Nominierung muss jetzt nur noch vom US- Senat bestätigt werden. Dort hat er allerdings nicht nur Freunde. Unter den Republikanern dürfte es keine Schwierigkeiten geben, denn Bernanke wurde vor 4 Jahren von George W. Bush, dem damaligen republikanischen US- Präsidenten, ins Amt berufen. Allerdings hatten viele Demokraten mit der Nominierung Larry Summers gerechnet, derzeit Obamas oberster Wirtschaftsberater und unter Bill Clinton Wirtschaftsminister.

Zudem werfen ihm seine Gegner vor, dass er die Anzeichen der Krise, die er nun versucht abzuwenden, nicht rechtzeitig erkannt habe. Er habe das Risiko aus dem weltweiten Weiterverkauf „fauler" Immobilienkredite nicht richtig eingeschätzt und zudem würde seine Geldpolitik eine hohe Inflation und eine neue „Spekulationsblase" heraufbeschwören.

Bernanke selbst glaubt dagegen an seine Maßnahmen. Als Professor in Princeton hat er intensiv an der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre geforscht. Seine Untersuchungen führten ihn zu dem Ergebnis, dass die erste „Große Depression" ausgelöst wurde, weil der Staat zu wenig eingriff. Mit den von ihm erhobenen Maßnahmen hofft er nun, mit Unterlegung durch seine Forschungsergebnisse, wenigstens einen Weg zurück in die Normalität zu finden und somit eine zweite „Große Depression" abzuwenden. Die ersten Anzeichen steigender Börsenkurse scheinen für Bernanke zu sprechen. Auch Barack Obama sieht dies wohl so und er selbst wurde ja schließlich zum Hoffnungsträger der amerikanischen Nation, wenn nicht sogar ein bisschen der Welt, gekürt.