Wirtschaftsprognose für das Jahresende 2009

Ben Bernanke, Chef der amerikanischen Notenbank (Fed), sieht ein Ende der Wirtschaftskrise: "Die Rezession ist zu diesem Zeitpunkt sehr wahrscheinlich vorüber".

Aber trotzdem sieht er auf Amerika die gleichen Folgeprobleme zukommen, die auch das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für Deutschland prognostiziert: Die Konjunktur wird nicht reichen um das massive Abbauen von Arbeitsstellen zu verhindern.

Konkret bedeutet das, dass trotz des einsetzenden Wirtschaftswachstums der Höhepunkt der Arbeitslosenzahlen erst für diesen Winter und für das Folgejahr 2010 zu erwarten ist.

Das IAB geht davon aus, dass ein Wirtschaftswachstum von 0,5% nicht ausreicht, um die Verluste des ersten Halbjahres auszugleichen. Es werden ungefähr 640.000 mehr Arbeitslose im nächsten, als in diesem Jahr erwartet, demnach eine Arbeitslosenzahl von 4,1 Mio. Dementsprechend gab es laut Statistik 2009 3,48 Mio. Arbeitslose und 2008 sogar nur 3,27 Mio.

Der erwartete Anstieg sei aber dennoch schwächer, als in allen Berechnungen zuvor angenommen, vor allem bei Betrachtung der Prognosen aus dem ersten Halbjahr. Damals wurde für Deutschland noch eine Arbeitslosigkeit von 4,5 Mio. vorhergesagt.

Im Jahr 2010 wird auch die Gesamtzahl der Erwerbstätigen, auf Grund der trotz Aufschwung immer noch schwachen Wirtschaft, im Vergleich zu 2009 um 800.000 zurückgehen und damit auf 39,3 Mio. sinken. Im gleichen Maße wird auch die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen von 27,4 Mio. auf 26,6 Mio. sinken, wodurch den Sozialkassen große Finanzlöcher drohen.

Damit solche Entwicklungen in Zukunft möglichst von vorneherein unterbunden werden, geht Bernanke davon aus, dass zumindest im amerikanischen Raum, in dem auch der Hauptursprung für die Krise lag, der Kongress eine Neuordnung der Finanzaufsicht beschließen wird. Durch eine stärkere Kontrolle und weniger Undurchsichtigkeit und dadurch, dass der Finanzmarkt damit einfacher und kleiner gehalten wird, könnte erneuten Wildwüchse bei komplexen Finanzprodukten vorgebeugt werden.